Gehen Südtirols Agrarflächen und historische Tierrassen verloren?

Veröffentlicht am 03.05.2016
Das tendenzielle Verschwinden von Agrarflächen und das Aussterben von historischen Tierrassen muss in Südtirol verhindert werden

Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blass hat sich jüngst mit einer Landtagsanfrage darüber informiert, ob auch Südtirol von den negativen Entwicklungen bezüglich dem Verschwinden von Agrarflächen und dem Aussterben von Tierrassen in Italien betroffen sei. In den vergangenen 15 Jahren seien auf dem italienischen Festland immerhin mehr als 140.000 Hektar an Obstlagen verschwunden und gar 24 Rinderarten sowie 38 Schafarten vom Aussterben bedroht. „Besorgniserregend blicke ich daher auf die Entwicklungen der Landwirtschaft, denn auch Südtirol ist keineswegs vom Agrarflächenfraß sicher und muss davor geschützt werden, so der Landtagsabgeordnete Blaas. Es gilt vor allem Berufsbilder der Südtiroler Landwirtschaft zu erhalten sowie tatkräftig die Bewirtschaftung der Agrarflächen zu unterstützen und zu fördern“, meint Blaas.

Auf Blaas‘ Frage, ob in den vergangenen fünf Jahren Agrarflächen verloren gegangen seien, antwortete der für Landwirtschaft zuständige Landesrat Arnold Schuler, dass die Abnahme der Agrarfläche mit keinen konkreten Zahlen belegt werden kann, da die einzelnen Gemeinden keine Aufzeichnungen darüber führen. Lediglich werden die Agrarflächen der landwirtschaftlichen Betriebe in der LAFIS-Datenbank der Abteilung Landwirtschaft genauer erfasst, nicht jene landwirtschaftlichen Nutzflächen von Privatpersonen, so Schuler. Zudem zeigen die Daten der landwirtschaftlichen Datenbank in den vergangenen fünf Jahren tendenziell keinen Rückgang der Agrarfläche, erläutert Schuler in seiner Antwort.

Der Landtagsabgeordnete Blaas entnimmt aus der Antwort seiner Landtagsanfrage die Information, dass das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum 2014-2020 der Autonomen Provinz Bozen eine eigene Maßnahme für bedrohte lokale Nutztierrassen vorsieht, welche mit einer Prämie von 200 € pro Großvieheinheit dotiert ist.

Jedoch zeigt sich der Landtagsabgeordnete weiterhin besorgt über die Gesamtsituation in der Berglandwirtschaft. Es braucht eine sattelfeste Finanzierung der Landwirtschaft auf unseren Bergbauernhöfen, um dort nicht nur den Anbau auf Agrarflächen zu fördern, sondern auch um diese Menschen zu unterstützen, die tagtäglich zum Erhalt der Berglandwirtschaft beitragen, ist Blaas überzeugt.