Frick und Reich: „Mölten soll großraubtierfrei bleiben“

Veröffentlicht am 08.01.2018
Freiheitlicher Beschlussantrag gegen die Ausbreitung von Wolf und Bär einstimmig genehmigt.
 
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Mölten wurde ein Beschlussantrag der freiheitlichen Gemeinderäte einstimmig angenommen. Der Antrag forderte die Ausweisung des gesamten Gemeindegebietes von Mölten als großraubtierfrei sowie als Zone frei von Wölfen und Bären.
 
„In den letzten Jahren ist die zeitweilige Präsenz und die Anzahl der Großraubwildtiere in unserem Land Südtirol sprunghaft angestiegen. Durch die europäische Richtlinie 92/43 (Fauna Flora Habitat RL) sind Wolf und Bär zwar streng geschützt, aber die einzelnen Mitgliedsstaaten können von den strengen Vorgaben in bestimmten Fällen abweichen. Dabei darf die Gesamtpopulation der Tiere nicht gefährdet werden“, halten die freiheitlichen Gemeinderäte Walter Frick und Alois Reich einleitend fest.
 
„Nicht nur unzählige Landwirte und Kleintierzüchter drücken ihren Unmut und ihre Ängste über die Ausbreitung der Raubtiere aus, sondern mittlerweile sind auch Bürger und Touristen betroffen. Unser Land und viele Gemeinden sind stark vom Tourismus und der Landwirtschaft abhängig. Wenn sich nun die Bevölkerung und unsere Gäste bei den Wanderungen und Ausflügen Sorgen machen müssen, sind unsere wesentlichen wirtschaftlichen Standbeine in Gefahr“, so die Gemeinderäte.
 
„In osteuropäischen Regionen wagen sich Wölfe und Bären immer häufiger in die Dörfer und Städte vor. Dies verdeutlicht das sich verändernde Sozialverhalten der Großraubwildtiere aufgrund des kontinuierlichen Aufeinandertreffens mit Nutztieren und Personen in dicht besiedelten Gebieten. Seit gut zwanzig Jahren begünstigen die gesetzlichen Rahmenbedingungen die massive Zunahme von Großraubtieren. Angemessene Regulierungsmaßnahmen sind notwendig und es braucht die Planung und Durchsetzung von großraubtierfreien Zonen“, betonen Reich und Frick.
 
Der Beschlussantrag hatte folgenden Inhalt:
 
1. Alle Maßnahmen von Verbänden und Organisationen, welche sich für ein „großraubtier-, bären- und wolffreies Land Südtirol“ einsetzen, zu begrüßen und diese im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu unterstützen;
 
2. Die Südtiroler Landeregierung, welche vor Kurzem bereits Maßnahmen für ein „Wolf- und Bärenfreies Land Südtirol“ eingeleitet hat, tatkräftig zu unterstützen, wobei insbesondere die gesamtstaatlichen und europäischen Programme zur Wiederansiedlung des Wolfes und des Bären dahingehend abgeändert werden müssen, dass die Ansiedlung dieser Tiere gestoppt wird, sowie der Schutzstatus des Wolfes und des Bärs abgesenkt wird;
 
3. Die Südtiroler Landesregierung und den Südtiroler Landtag aufzufordern, vehement und stark bei der römischen Zentralregierung einzutreten, um autonome Zuständigkeiten für das Management von Großraubtieren, wie Wolf und Bär, zu erhalten, um damit die rechtlichen Voraussetzungen für eine angemessene Bestandsregulierung von Großraubwildtieren in Südtirol zu schaffen;
 
4. Die Bürgermeisterin zu beauftragen, alle rechtlich zulässigen Mittel und Maßnahmen zu ergreifen, welche dazu dienen können, dass das Gemeindegebiet der Gemeinde Mölten „großraubtier-, bären- und wolffrei“ bleibt und auf dem Gemeindegebiet die öffentliche Sicherheit garantiert wird;
 
5. Diesen Beschluss den Mitgliedern der Südtiroler Landesregierung unverzüglich zur Kenntnis zu bringen.
 
 
Die freiheitlichen Gemeinderäte
Alois Reich und Walter Frick