Flüchtlingsprobleme in Bozen

Veröffentlicht am 03.03.2017
Die Landeshauptstadt Bozen schlägt Alarm: die Obdachlosenzahlen steigen, die Stadt ist überfordert. Man spricht von einer nie dagewesenen humanitären Notlage. Bozen könne diese Flüchtlingssituation nicht länger allein bewältigen. Die Gemeinde Bozen möchte, dass das Ex-Alimarket-Gebäude nicht nur über die Wintermonate offen bleibt, sondern das ganze Jahr über. Damit soll laut Gemeinde vermieden werden, dass Obdachlose, darunter auch viele Flüchtlinge, ab dem kommenden Frühjahr wieder in den Parks und unter den Brücken schlafen und hausen müssen! Früher waren es vorwiegend heimische Obdachlosen gewesen, die im Freien schliefen, nun jedoch sei die Zahl durch die Flüchtlingsbewegungen und die Immigration konstant Woche für Woche angestiegen! Die derzeitige Situation habe mit einer klassischen Versorgung von Obdachlosen nur noch wenig bis nichts mehr zu tun! Am vergangenen Wochenende sind auf Betreiben des Innenministeriums weitere 40 Flüchtlinge aus Eritrea von Lampedusa ins Flüchtlingsheim am Bozner Boden gebracht worden, wo sie derzeit betreut werden. Sie warten auf eine Unterbringung in einer öffentlichen Struktur.

Bisher hat sich Italien in der Flüchtlingspolitik vor allem selbst gelobt. Wer die Äußerungen von Regierungsvertretern verfolgt, bekommt den Eindruck, kein Land habe sich mehr Verdienste um die Flüchtlinge erworben als Italien. Italien, ein Vorbild für die Welt? Die Medien spielen in dieser Angelegenheit recht unkritisch mit. Dieses Bild Italiens hat mit der Realität nur wenig zu tun. Sicher wurden lange Zeit Flüchtlinge auf unsicheren Booten von der Marine aus Seenot gerettet und manch andere dann gleich nahe der Küste abgeholt! Danach aber verlieren sich die Spuren der meisten Ankömmlinge. Die meisten Migranten bewegten sich, sozusagen bei Nacht und Nebel, über den Brenner und die anderen Grenzen in Richtung Norden.

Solange Italien nicht eine konsequentere Einwanderungspolitik betreibt, wird sich an der Flüchtlingssituation auch in Südtirol nichts ändern, sondern im Gegenteil, sich noch mehr verschlimmern. Der italienische Staat muss schon an den jeweiligen Küsten vor Ort, kontrollieren wer Anspruch auf Asyl hat und wer lediglich ein Wirtschaftsmigrant ist. Die Letzteren müssen zurückgeschickt werden. Migranten, die sich im Staatsgebiet aufhalten, müssen konsequenter kontrolliert werden und bei einem nicht berechtigten Aufenthalt sofort des Landes verwiesen werden. Es ist allemal eine Tragödie was sich zurzeit in Syrien oder anderen Kriegsgebieten abspielt, aber wir können in Europa nicht alle Ausländer aufnehmen, die zu uns kommen wollen, da dies schlichtweg einfach unmöglich ist! Auch in Bozen und in ganz Südtirol muss man sich bewusst werden, je mehr Unterkünfte zur Verfügung stellt werden, desto mehr werden kommen.

Walter Frick
Bezirksobmann von Bozen Stadt und Land