„Faschismus-Disneyland“ in Bozen

Veröffentlicht am 15.11.2016
Blaas kritisiert die kostspielige Anfertigung von faschistischen Duplikaten für die Landeshauptstadt – Verhalten der SVP ist befremdend

Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blaas kritisiert in einer Aussendung die Wiederrichtung der römischen Wölfin und des Markuslöwen am „Siegesplatz“ in Bozen. Auf Kosten der Steuerzahler sollen zwei Duplikate der angeschlagenen Statuen aufgestellt werden. Bei Blaas herrscht Unverständnis über das befremdende Verhalten der SVP im Gemeinderat und den seltsamen Umgang mit der Südtiroler Geschichte.

„Wäre die Anschaffung von Duplikaten zweier Statuen aus der Faschistenzeit auf Kosten der Steuerzahler durch eine linke Stadtregierung kein bitterer Ernst, so gliche dies einer Münchhausengeschichte“, hält Walter Blaas fest. „Mit etwa 44.000,00 Euro werden die beiden Duplikate der Wölfin und des Löwen zu Buche schlagen, um der faschistischen Symbolik Genüge zu tun. Rund um das Siegesdenkmal und die umliegenden Straßen erinnert bereits die gesamte Architektur an dieses Kapitel der Geschichte. Aus welchem Grund jedoch die einzelnen Elemente und Symbole mit Duplikaten aufgewertet werden, scheint schleierhaft, außer es besteht das unbedingte Bedürfnis einer künstlichen Geschichtserhaltung“, erklärt der Freiheitliche Landesparteiobmann.

„Die abgewetterte Wölfin und der angeschlagene Löwe hätten abgenommen und ohne Renovierung einem Dokumentationszentrum übergeben werden sollen“, ermahnt der Freiheitliche Landesparteiobmann. „Die Relikte aus dem Faschismus gehören nicht auf öffentliche Kosten renoviert und schon gar nicht reaktiviert in Form von Duplikaten. Damit wird nichts anderes als eine künstliche Erlebniswelt des Faschismus` in Bozen geschaffen“, erläutert Blaas.

„Mit besonderem Unverständnis ist dem Verhalten der SVP im Gemeinderat zu begegnen. Mit ihrem Vertretungsanspruch der deutschen und ladinischen Sprachgruppe in der der Landeshauptstadt hätte sie ihr politisches Gewicht zur Verhinderung dieser Maßnahmen einsetzen sollen“, betont der Freiheitliche Landesparteiobmann abschließend.