Faktencheck Flughafen: 2 Millionen Euro für das Ticketabo der Landesverwaltung

Veröffentlicht am 06.06.2016
7.538 Tickets im Zeitraum der Jahre 2007 bis 2012 – Seit 2013 mangelnde Transparenz

Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Abgeordnete Walter Blaas informiert mittels handfester Fakten über den Flughafen von Bozen, wiegt Behauptungen und Ansichten mit Zahlen ab und will einen Kostenüberblick schaffen. „Im Interesse der Bürger Südtirols soll hinsichtlich des anstehenden Referendums über die weitere öffentliche Finanzierung des Flughafens von Bozen durch das Land Transparenz herrschen. Weder Wurfspiele noch Märchen können mit Fakten mithalten“, hält Blaas fest und setzt sich mit den Ticketkäufen für Flüge am Flughafen von Bozen durch die öffentliche Verwaltung auseinander.

„Der Flughafen von Bozen wird nicht nur direkt vom Steuerzahler, sondern auch indirekt mitfinanziert“, hält der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas in einer Aussendung einleitend fest. „So hat die Landesverwaltung zwischen den Jahren 2007 und 2012 ein Ticket-Abonnement erworben, das dem Steuerzahler insgesamt 2.010.427,62 Euro kostete. Insgesamt beläuft sich in diesem Zeitraum das Kontingent der Tickets für die öffentliche Verwaltung auf 7.538 Stück. Auch damit wurde und wird der Flughafen von Bozen indirekt von den Steuerzahlern mitfinanziert“, erklärt Blaas und kritisiert die mangelnde Transparenz hinsichtlich der geplanten indirekten Finanzierung des Flughafens von Bozen.

„Seit dem Jahr 2013 kauft die Landesverwaltung keine Tickets mehr, sondern die Landesbediensteten erwerben bei Bedarf das Ticket selbst und rechnen es über die Außendienstabrechnung ab“, entnimmt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete aus den vorliegenden Informationen. „Gemäß den Auskünften des zuständigen Landesrates sei es seitdem nicht mehr möglich, die rückerstatteten Flugtickets edv-mäßig zu ermitteln“, kritisiert mit Nachdruck der Abgeordnete die mangelnde Transparenz und fordert eine klare Aufschlüsselung über die Ausgaben der Landesverwaltung in Sachen Flughafen und Tickets.

Als nicht nachvollziehbar bezeichnet Walter Blaas die vielen Flüge der Landesbediensteten von oder nach Rom. „Mit den Freccia-Zügen gelangt jedermann kostengünstig und nachhaltig in nur 4,5 Stunden direkt vom Stadtzentrum in Bozen ins Stadtzentrum von Rom. Die Flughäfen liegen weit außerhalb der jeweiligen Städte und beanspruchen zusätzliche Zeit für die Anfahrt und die Check-in- bzw- Check-out-Zeiten“, gibt Blaas zu bedenken.

„Wie hoch die jährlichen Ausgaben für Tickets vonseiten der Landesverwaltung seit 2013 waren, lässt sich nur erahnen“, hält Blaas abschließend fest und verweist darauf, dass im Jahr 2007 eine Gesamtsumme von 464.432,54 Euro für Tickets der Landesverwaltung ausgegeben wurden, während die Summe im Jahr 2012 bei 155.468,60 Euro lag.