Expertengutachten zur Schließung der Geburtenstation in Sterzing war nicht einstimmig

Veröffentlicht am 13.07.2016
Ärzten wird „Maulkorb“ verpasst

„Wie ich erfahren habe, wurde beim Beschluss der Landesregierung bezüglich der Schließung der Geburtenabteilung am Krankenhaus Sterzing nicht mit offenen Karten gespielt. Während die Herren Markart und Beikircher gar nicht anwesend waren, hat Frau Sabine Nitz dem Inhalt nicht zugestimmt; das Protokoll ist angeblich bereits vor der Sitzung verfasst worden, was eine bestimmte Eile nicht verschleiern kann. Dass jetzt den Verwaltern im Sanitätsbezirk auch noch ein Maulkorb verpasst wird, begräbt die notwendige Transparenz endgültig. Der Generalsekretär des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Thomas Schael, erklärt auf eine entsprechende Nachfrage eines Bezirksverantwortlichen dazu:

‚Die Schließung der Geburtenabteilung in Sterzing ist eine politische Entscheidung. Es wird keine Erlaubnis erteilt, dass Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes sich dazu äußern.‘

Angesichts dieser Vorgangsweise stellt sich einerseits die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Beschlusses selbst, andererseits wirft sie ein besonderes Licht auf SVP und Landesregierung. Während Landeshauptmann Kompatscher und Landesrätin Stocker die Maßnahme verteidigen, hüllt sich SVP-Obmann Achammer in Schweigen. Noch vor wenigen Tagen sprach er von einer ‚Zwischenlösung‘. Liegt oder lag die darin, dass die Geburtenstation nicht Ende Juli, sondern Ende September schließen muss?“, schreibt der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, in einer Aussendung an die Medien.