EU-Almosen für Südtirols Milchbauern

Veröffentlicht am 06.05.2016
Die Einmalzahlungen der EU kommen einer Lösung gleich, die sich keineswegs der großen Herausforderungen der Zeit stellt - Langfristige Maßnahmen zum Erhalt der Milchwirtschaft setzen.

Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Abgeordnete Walter Blaas hat sich kürzlich mittels einer Landtagsanfrage über die EU-Einmalzahlungen für Südtirols Milchbauern informiert.   

Die Milchlandwirschaft befinde sich sowohl auf europäischer Ebene als auch in unserem Land in einer existentiellen Krise. Daraufhin habe die EU Gelmittel für eine sofortige Hilfe der Milchviehbetriebe bereitgestellt. Im Zuge dessen habe Italien mehr als 25 Millionen Euro von der EU zur Bekämpfung der gravierenden Situation der Milchbauern erhalten, so der Abgeordnete in einer Aussendung. Demnach erhalten Betriebe mit den EU-Einmalzahlungen 0,0027 Euro pro Kilogramm produzierter Milch. Als Berechnungsgrundlage diene die produzierte Milchmenge bis zum Quotenlimit aus dem Milchwirtschaftsjahr 2014/15.

Auf die Frage wie hoch der Anteil an den ca. 25 Millionen Euro der Sonderbeihilfen für die Milchbauern Italiens sei, der den Südtiroler Bauern zufällt, antwortete der zuständige Landesrat Schuler, dass der genaue Anteil an den erhaltenen Geldmitteln für Südtirols Milchbetriebe auf seine Anfrage hin nicht mitgeteilt worden sei. Da in Südtirol ca. 4% der gesamtstaatlich produzierten Milch produziert werden, dürften den Südtiroler Milchbauern ca. 1 Million Euro der 25 Millionen Euro zugeteilt werden. Das wiederum bedeute, dass jeder der ca. 5.000 Milchproduzenten rund 200 Euro erhalte, so Schuler.

Außerdem konnte der Abgeordnete Blaas aus der Antwort des Landesrates die Informationen entnehmen, dass die betroffenen Bauern auf die EU-Einmalzahlungen keine zusätzliche Steuer entrichten müssen.

Der durchschnittliche Auszahlungspreis der Südtiroler Milchhöfe machte im Jahr 2015 ab Erfassungsstelle bei natürlichen Inhaltsstoffen mit Qualitätszuschlägen und ohne Mehrwertsteuer 50,98 Cent pro Kilogramm Milch aus, so Schuler abschließend in seiner Antwort.

Einmalzahlungen mögen vielleicht wie ein heilendes Pflaster sein, seien aber keine zukunftsorientierten und gezielten Maßnahmen zur Bekämpfung der existentiellen Krise der Milchbauern. Was es schlichtweg brauche, sei finanzielle Unterstützung, die sich nicht auf einmalige Situationen beschränke, sondern fest etabliert sei, damit langfristig zum Erhalt der bedeutsamen Milchlandwirtschaft beigetragen werden könne, ist der Freiheitliche Abgeordnete überzeugt.