Entschärfung des Mussolini-Reliefs

Veröffentlicht am 18.04.2017
Nach einem jahrzehntelangen Tauziehen mit den staatlichen Stellen und der Gemeinde Bozen ist es endlich dem Land Südtirol gelungen, die Arbeiten zur Entschärfung des faschistischen Mussolini-Reliefs zu beginnen. Das Werk wurde vom Bildhauer Hans Piffrader im Jahr 1939 für die „Casa del Fascio“ am Gerichtsplatz in Bozen als monumentales Relief geschaffen. Es sollte den zwanzigsten Jahrestag der faschistischen Machtergreifung verherrlichen.

Die Kosten für die Musealisierung des faschistischen Reliefs am Gerichtsplatz werden mit einer Geldsumme von über 132.000 Euro beziffert. Unserer Ansicht nach ist die Summe für die angebliche Entschärfung des Mussolini-Reliefs eindeutig zu hoch, da der ausgewählte antitotalitäre Satz von Hannah Arendt „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ nicht wirklich eine Entschärfung ist! Wenn schon, müsste das Relief abgenommen und ins Museum unter dem sogenannten „Siegesplatz“ gebracht werden, um dort mit den anderen faschistischen Relikten ausgestellt zu werden! Des Weiteren könnte man mit einer Leuchtschrift am unteren Teil des Reliefs eine geschichtliche Erklärung anbringen, die mehr aussagen würde als der geplante Satz von Hannah Arendt.

Walter Frick
Landesparteiobmann-Stellvertreter