E-Mobilität in Südtirol

Veröffentlicht am 12.12.2016
Konzepte werden überlegt

In verschiedenen europäischen Ländern wird derzeit intensiv über den Ausbau der E-Mobilität diskutiert. Letzthin war sogar zu erfahren, dass einige Länder darüber diskutieren, ab einem bestimmten Datum nur noch Elektroautos zuzulassen. Bis dahin dürfte es jedoch noch ein weiter Weg sein, denn das entsprechende Bedienungsnetz ist noch ziemlich löchrig. Es scheint sich jene Situation zu wiederholen, die wir seinerzeit bei den erdgasbetriebenen Fahrzeugen hatten. Das Land gewährte zwar eine Förderung mittels zeitweiliger Steuerbefreiung, anfangs gab es jedoch eine einzige Tankstelle in Bozen. Damit sich bei den Elektroautos nicht dasselbe wiederholt, ist eine flächendeckende Abdeckung mit E-Tankstellen im Vorfeld zu sorgen. Anderswo wird auch darüber nachgedacht, bei der Baugenehmigung neuer Häuser eine private Ladestation für Elektroautos vorzusehen. Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, informierte sich über die Situation im Lande.

„‘Die Landesregierung hat in ihrer Sitzung vom 25.10. ein weitreichendes Strategiepapier angenommen und für die nächsten Jahre finanzielle Mittel im Ausmaß von 10 Mio. Euro jährlich bereitgestellt, um die Mobilität in Südtirol gemäß dem Prinzip „Verkehr Vermeiden, Verlagern (hin zu nachhaltigen Verkehrsformen wie Öffentlicher Personennahverkehr, Rad- und Fußmobilität) und Verbessern (v. a. Elektromobilität) nachhaltiger zu gestalten‘“, zitiert Pius Leitner einleitend aus der Antwort auf seine Anfrage. „Ein erster Schritt sei der Einsatz von Hybridfahrzeugen im Bereich der öffentlichen Einrichtungen und Körperschaften“, hält Leitner fest.

„Die Umrüstung der öffentlichen Fuhrparks ist zwar ein erster Schritt, aber vor allem im privaten Bereich bräuchte es umfangreiche Maßnahmen und Anreize zur Förderung der E-Mobilität“, gibt Leitner zu bedenken. „Der Staat sieht derzeit eine fünfjährige Befreiung von der Autosteuer bei Elektroautos vor. Lediglich 25 Prozent des normalen Autosteuersatzes müssen in den Folgejahren entrichtet werden“, erläutert Leitner mit Blick auf die vorliegenden Unterlagen.

„Die Maßnahmen des Landes Südtirol zur Förderung der privaten E-Mobilität sind überschaubar“, so Leitner, „denn der Spielraum bei der Gestaltung von Steuern ist eng. Aus diesem Grund kann Südtirol ‚nur‘ eine weitere Reduktion der Steuertarife von 10 Prozent gewähren“, erörtert der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag und betont, dass derzeit keine Kaufbeiträge für Elektroautos vorgesehen sind. „Nach wie vor würden unterschiedliche Optionen zur Elektromobilität in Südtirol geprüft“, erläutert Leitner.

„Das Netz der bestehenden 30 öffentlichen Ladestationen in Südtirol soll weiter ausgebaut werden, obwohl der Großteil der Nutzer von Elektrofahrzeugen die Geräte zuhause auflädt“, hält Leitner abschließend fest und kündigt Vorschläge zur Förderung der umweltfreundlichen E-Mobilität an.