Diskriminierung der deutschen Kindergartenkinder und Eltern in Brixen

Veröffentlicht am 23.01.2017
Freiheitliche Anfrage

An den Landeshauptmann und einige Landtagsfraktionen wurde ein offener Brief eines Bürgers hinsichtlich der Kindergartensituation in Brixen gerichtet. Aufgeworfen wurden die Fragen bezüglich der unterschiedlichen Betreuungszeiten und Kosten. Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, reichte eine Anfrage zu Klärung der Hintergründe ein. Weder Landesrat Achammer noch Landesrat Tommasini konnten den Sachverhalt ausreichend erhellen.

„‘Es gibt grundsätzlich eine unterschiedliche Handhabe hinsichtlich der verschiedenen Öffnungszeiten. Dies ist dadurch bedingt, dass man die Zeiten entsprechend der vorhandenen Ressourcen der Kindergartendirektion und je nach Bedarf der Familien in Abstimmung mit der Gemeinde festlegt. Hinsichtlich der nachmittäglichen Verlängerung gibt es also keine landesweit einheitliche Vorgabe‘“, entnimmt Leitner einleitend aus der Antwort auf seine Anfrage.

„Während die Landesregierung den Höchstbetrag der Kindergartengebühren festlegt, entscheidet die jeweilige Gemeinde über die Höhe des Betrages“, erläutert Pius Leitner und verweist auf die dabei anfallenden Kostenunterschiede zwischen den deutschsprachigen- und italienischsprachigen Kindergärten in Brixen.

„Auch wenn die Landesregierung dies nicht einsehen will, aber die Kostenunterschiede und die verlängerten Betreuungszeiten bei den italienischen Kindergärten erzeugen einen Assimilationsdruck auf die deutsche Sprachgruppe“, betont der Freiheitliche Fraktionssprecher Pius Leitner in einer Aussendung.

„Es ist eine dringende Harmonisierung hinsichtlich der Öffnungszeiten und des Kostendrucks bei den Kindergärten durchzuführen“, mahnt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Leitner an. „Es kann nicht angehen, dass der italienischsprachige Kindergarten in Brixen hinsichtlich der Kosten und Betreuungszeiten ein attraktiveres Angebot den Eltern vorlegt, obwohl der deutschsprachige Kindergarten genauso eine öffentliche Einrichtung darstellt“, hält Leitner abschließend fest und fordert eine Anpassung der Gegebenheiten.