Der Fall „Venier“ offenbarte das Glaubwürdigkeitsproblem der SVP

Veröffentlicht am 21.02.2017
Eine Analyse des Freiheitlichen Vorstandsmitgliedes Lois Taibon

Die österreichische Schirennläuferin Stephanie Venier sorgte für einen Aufschrei in Südtirol, nachdem sie das bekannte Lied „Dem Land Tirol die Treue“ mit dem Zusatz „Gott sei Dank“ versah und das nach den Zeilen „… von dir gerissen wurde Südtirol“. In einer Analyse nähert sich Lois Taibon von den Freiheitlichen den Hintergründen des Zwischenfalls und eröffnet die tiefe Ursache eines Glaubwürdigkeitsproblems.

„Der regierenden Partei Südtirols – SVP – fehlt es an einer klaren politischen Linie, die überzeugt und gleichsam ein Bekenntnis zu Tirol ist“, unterstreicht Taibon in einer Aussendung einleitend. „Mit einer beispiellosen Doppelmoral biedert sich die SVP einerseits den römischen Forderungen an und andererseits ‚droht‘ sie damit sich im ernsten Notfall sich an die österreichische Heimat zu wenden“, hält Taibon fest.

„Damit ergibt es ein desaströses Außenbild Südtirols, das gleichsam als italienische Provinz gesehen werden möchte aber sich auf der anderen Seite ungeniert an österreichischen Vorteilen bedient“, unterstreicht das Freiheitliche Vorstandsmitglied. „Südtirol gelangt damit in Verruf zusammen mit dem Anspruch weltweit am besten zu sein. Es wundert deshalb wenig, wenn auf Zeltfesten in der nördlichen Landeshälfte das „Gott sei Dank“ mitgesungen wird“, so Taibon mit den Verweis, dass die SVP-Politik für das Glaubwürdigkeitsproblem Südtirols verantwortlich zeichnet.

„Die Kritiken am Venier-Sager ließen nicht lange auf sich warten und auch die Juniororganisation der SVP – also jener Partei, die den Südtirolern die zentralistische römische PD-Verfassungsreform schmackhaft machte – stimmte in den Chor der Empörten ein. Dies zeigte nicht nur wieder einmal die Widersprüchlichkeit dieser Partei auf, sondern offenbarte zugleich das Spannungsverhältnis zur eigenen Identität und dem Tiroler Bewusstsein. Ist der JG eigentlich bewusst, dass das Entsetzen – ob ernst gemeint oder nicht – von den Früchten ihrer eigenen Politik herrührt?“, gibt der Freiheitliche Lois Taibon abschließend zu bedenken.