Bevölkerung auf dem Land darf nicht vernachlässigt werden

Veröffentlicht am 19.09.2016
Damit sich die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes nicht weiter in der Landeshauptstadt und in den Städten konzentriert, muss die Bevölkerung auf dem Land mehr Unterstützung erfahren.

Südtirol ist in den letzten Jahren stark gewachsen, aber das Land ist jetzt auch angehalten, sich vermehrt mit dem Phänomen der Abwanderung und den Schwierigkeiten in Zusammenhang mit dem Abbau von Dienstleistungen in den Außenbezirken zu beschäftigen.

Beispiele gibt es genug: die Außenstellen des Landesgerichts wurden dicht gemacht, in vielen Dörfern wurden die Dorfläden aufgelassen oder sie stehen vor der Schließung, die medizinische Versorgung wird in den peripheren Krankenhäusern kontinuierlich abgebaut. Auf der anderen Seite ist das Land aber nicht imstande, die Landgemeinden mit einer flächendeckenden primären Infrastruktur wie dem schnellen Internet zu versorgen.

Vor allem die Bergbauern tun sich immer schwerer, auf dem hart umkämpften Milchmarkt zu bestehen. Während die Erträge aus dem Verkauf der Rohmilch stagnieren, steigen die Produktionskosten stetig an. Gleichzeitig gibt es immer wieder Probleme mit der Ausbezahlung der Förderprämien für das Jahr 2015. Die Zuwendungen des laufenden Jahres 2016 scheinen gar erst nächstes Jahr überwiesen zu werden.

Die Landesregierung würde daher gut daran tun, die bereits beschlossen Maßnahmen wie der Ausbau des Internets zügig umzusetzen, im Bereich des Handels- und Dienstleistungssektors Steuererleichterungen herbeizuführen (beispielsweise Immobiliensteuer und IRAP), in der Landwirtschaft die Beiträge ehestens auszubezahlen und in der Sanität die Krankenhäuser nicht kaputt zu sparen.

Lois Taibon
Vorstandsmitglied Die Freiheitlichen