Baldrianstropfen für die Wipptaler Bevölkerung?

Veröffentlicht am 05.07.2016
Ohne fixe politische Zusage schwindet das Vertrauen
Schluss mit dem PD-Diktat und der Aushöhlung der Peripherie!

„Bestenfalls um Baldrianstropfen handelt es sich bei der Medizin, die man derzeit der Wipptaler Bevölkerung verabreicht, um sie bezüglich der drohenden (im Grunde bereits verfügten?) Schließung der Geburtenabteilung zu beruhigen. Zwar hat der Landtag jüngst die Landesregierung verpflichtet, alle juridischen und politischen Schritte zu unternehmen, um die Geburtenabteilungen in den peripheren Krankenhäusern zu verteidigen, zu einem klaren JA für den Fortbestand der Geburtenabteilung am Krankenhaus Sterzing – wie von uns Freiheitlichen gefordert - konnte oder wollte man sich jedoch nicht bekennen. Dies lässt nur den Schluss zu, dass für die Landesregierung die Geburtenabteilung in Sterzing bereits Geschichte ist“, schreibt der Fraktionsvorsitzende der freiheitlichen, Pius Leitner, in einer Stellungnahme.

Bestätigt werde dieser Standpunkt auch durch die SVP-Landesleitung, die sich ebenso winde und hinter wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen verstecke. Wie wolle die Politik den Südtirolern die Güte unserer Autonomie vermitteln, wenn sie anscheinend nicht einmal selber entscheiden könne, ob sie eine Struktur aufrechterhalten dürfe, die hervorragend arbeite und für die Betroffenen von herausragender Bedeutung sei, frägt sich Leitner.

„Ohne eine fixe Zusage wird das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik weiter schwinden. Wenn die Politik an einem Strang zieht, dürfte der Erhalt der Geburtenstationen in der Peripherie kein Problem sein, zumal – wie in Sterzing – die erforderlichen Dienste erbracht werden können. Ein entsprechender Plan mit den geforderten Garantien liege der Landesregierung vor. Es ist zutiefst unglaubwürdig, einerseits von einer Stärkung des ländlichen Raumes zu schwärmen, um dann wichtige Strukturen zu schließen. Zudem ist es unverständlich, wenn der Sanitätsbetrieb funktionierende Abteilungen zusperrt und gleichzeitig nicht imstande ist, lange Wartezeiten abzubauen und andere Dienste entscheidend zu verbessern. Ich werde den Eindruck nicht los, dass alles in den ‚Wasserkopf‘ Bozen investiert wird – auf Kosten der Peripherie. Das hat wohl auch ethnische Gründe und scheint dem Pakt der SVP mit dem PD geschuldet. Da kann ich nur sagen: Schluss mit dem PD-Diktat und zur Aushöhlung der Peripherie, welche vor allem die deutsche Bevölkerung trifft“, schließt Leitner.