Babylonisches Sprachengewirr an Südtirols Krankenhäusern

Veröffentlicht am 16.03.2017
„Kulturmittler“ müssen Arabisch, Bandschawi, Hindi, Urdu, Chinesisch, Afghanisch und verschiedene afrikanische Dialekte übersetzen

Bei der Betreuung von fremdsprachigen Patienten wird die sprachliche Barriere durch sogenannte „Kulturmittler“ überwunden. Während einheimische Patienten oftmals mit mangelnden Sprachkenntnissen bei Ärzten konfrontiert werden, erhalten Ausländer eine Verständigungsunterstützung. Die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer informierte sich über die Situation an Südtirols Krankenhäusern und der damit zusammenhängen Kosten des Dienstes.

„‘Es ist nämlich in der Tat so, dass wir an den Krankenhäusern einige Menschen eingesetzt haben, die als kulturelle Mittler, wenn man so will, beschäftigt sind. Das ist kein Dolmetscherdienst im üblichen Sinne des Wortes, sondern das sind Kulturmittler, die Menschen begleiten, die keine der Landessprachen verstehen oder auf jeden Fall ganz geringe Kenntnisse haben. Das ist vor allem im Bereich der Geburtshilfe, im Bereich der Kinderabteilungen besonders ausgeprägt‘“, entnimmt Oberhofer einleitend aus der vorliegenden Antwort auf ihre Anfrage. „Während die Situation für die Einheimischen aufgrund des Ärztemangels und des teilweise einsprachigen Personals immer prekärer wird, werden die Dienste für Ausländer gefordert“, kritisiert Oberhofer.

„Aufgrund der massiven Zuwanderung aus dem außereuropäischen Raum kommt es zu einem babylonischen Sprachengewirr in den öffentlichen Einrichtungen und insbesondere an Südtirols Krankenhäusern“, hält die Freiheitliche Landtagsabgeordnete fest und verweist auf die damit zusammenhängenden Kosten.
„Der „Kulturmittler-Dienst“ hat seit dem Jahr 2012 eine Summe von insgesamt etwa 200.000 Euro verschlungen. Dieser Zusatzdienst für Einwanderer ohne Sprachkenntnisse offenbart einen sicherlich nicht zu unterschätzenden Aspekt der Kosten der Zuwanderung. Während Geburtenabteilungen geschlossen, Dienste zusammengelegt und Krankenbetten gestrichen werden, müssen Geldmittel für die zusätzlichen Ansprüche von Einwanderern zur Verfügung gestellt werden“, gibt die Freiheitliche Landtagsabgeordnete zu bedenken.
„Der Bedarf am Dienst des sogenannten „Kulturmittlers“ ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. 1.368 Stunden wurde der Dienst im Jahre 2012 beansprucht, während die Stundenanzahl im Jahr 2016 auf 2.350 angewachsen ist. Vor allem Arabisch, Bandschawi, Hindi, Urdu, Chinesisch, Afghanisch und verschiedene afrikanische Dialekte müssen an Südtirols Krankenhäusern übersetzt werden“, hält Tamara Oberhofer fest.
„Die Folgen der Massenzuwanderung sind nicht zu übersehen und schlussendlich tragen die Steuerzahler die anfallenden Kosten. Insbesondere wer in Südtirol lebt oder seit längerem hier untergebracht ist, sollte sich an der Sprachintegration beteiligen, um in Zukunft bei derartigen Dienstleistungen einsparen zu können“, gibt Oberhofer abschließend zu bedenken.