Autonomiepolitische Baustelle: deutsche Musikschulen

Veröffentlicht am 26.07.2017
Jahrelange Wartezeiten gefährden das kulturelle Leben in Südtirol

Die Musikschulen in Südtirol sind gefragt und erfahren einen großen Zuspruch bei den Interessierten. Jedoch sind die Ausbildungsplätze knapp und begrenzt, sodass viele interessierte Personen nicht zum Zug kommen und sich in eine lange Warteschleifen einreihen müssen. Vor einem Jahr brachte der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas in Erfahrung, dass die Wartzeiten bis zu drei Jahre betragen. Er forderte die Aufstockung der Anzahl von Musik- und Instrumentenlehrern an den deutschen Musikschulen, wo Bedarf besteht sowie die Erhebung der Räumlichkeiten, um gegebenenfalls den mangelnden Bestand auszugleichen. Nach wie vor ist die Situation an den deutschen Musikschulen angespannt.  

„Ein aktuelles Beispiel aus Sterzing verdeutlicht die ungute Situation an den deutschen Musikschulen des Landes“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas in einer Aussendung einleitend fest. „Eine Schülerin wartet seit drei Jahren, um im Unterrichtsfach zur Erlernung des Instrumentes „Gitarre“ in Sterzing aufgenommen zu werden. Auch heuer wurde die Aufnahme erneut abgelehnt. Etwa nur ein Drittel der Neuanmeldungen erhält im heurigen Jahr einen Platz in der Musikschule von Sterzing. Anscheinend soll den Eltern geraten worden sein, die italienischsprachige Musikschule aufzusuchen, denn dort habe man zu viel Personal und zu wenige Schüler“, schildert Blaas die Situation.
„Hier besteht autonomiepolitischer Nachholbedarf, denn es kann nicht angehen, dass deutsche Schüler in die italienischen Musikschulen aufgrund der teilweise unakzeptablen Wartezeiten ausweichen müssen“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Die Musikschulen sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in unserer Heimat. Wenn es für die Schüler immer schwieriger wird einen entsprechenden Ausbildungsplatz an den Schulen zu erhalten, so wird früher oder später ein Nachwuchsproblem bei den Musikkapellen und Vereinen auftreten“, gibt Blaas zu bedenken und fordert umgehend Maßnahmen, um die jahrelangen Wartezeiten für bestimmte Instrumente zu reduzieren. „Schlussendlich geht es um den Schutz unserer Kultur und unserer Traditionen, damit diese auch weiter in die Zukunft getragen werden können“, so Walter Blaas.

„Hauptsächlich wirken sich die langen Wartezeiten von bis zu drei Jahren negativ auf interessierte Kinder und Jugendliche aus. Ein frühzeitiges Erlernen und die Förderung des musikalischen Talentes werden dadurch verzögert oder verhindert. Auch von einem schwindenden Interesse bei dermaßen langen Wartezeiten muss ausgegangen werden. Südtirol hat etliche Musikgruppen und Bands auf internationalem Niveau, welche unser Land nach außen hin repräsentieren. Hinzu kommen die unterschiedlichen Gruppen auf lokaler Ebene und die ehrenamtlichen Musikkapellen und Chöre. Deshalb ist es von entscheidender Wichtigkeit, die musikalische Bildung für die Zukunft zu sichern und den Nachwuchs zu fördern“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend mit Nachdruck fest.