Ausländische Zahlungsmoral für Mieten in Arbeiterwohnheimen lässt zu wünschen übrig

Veröffentlicht am 24.03.2017
Knapp 100.000 Euro an Zahlungsrückständen – L. Abg. Walter Blaas: „Untragbare Situation“

Das WOBI bietet für die zeitweilige Unterkunft von Arbeitern mit italienischer Staatsangehörigkeit, aus EU-Mitgliedstaaten oder anderen Staaten sowie für staatenlose Arbeiter, die sich rechtmäßig in Südtirol aufhalten, sogenannte Arbeiterwohnheime an. Mit einer Ausnahme – Meran – befinden sich die neun Wohnheime in Bozen. Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Abgeordnete Walter Blaas informierte sich über die Unterkünfte, die untergebrachten Arbeiter und die ausstehenden Mieten.

„Die neun Arbeiterwohnheime in Südtirol weisen zwischen drei und 200 Unterbringungsplätzen auf, die gut ausgelastet sind. Insgesamt beträgt die Bettenanzahl 527 mit Stichdatum 31.12.2016“, beschreibt der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas einleitend und verweist auf die Antwort auf seine Anfrage. „‘Im Zeitraum vom 1.1.2015 bis 31.12.2016 haben 316 Personen einen Bettenplatz erhalten. 125 davon sind in diesem Zeitraum ein- und wieder ausgezogen, was einer durchschnittlichen Besetzungsdauer von 7,3 Monaten entspricht‘“, zitiert Blaas aus der vorliegenden Antwort und gibt zu bedenken, dass vorwiegend Ausländer in den Wohnheimen untergebracht sind.

„Den Einnahmen aus Mieterträgen in der Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro im Jahr 2016 stehen Zahlungsrückstände von knapp 100.000 Euro gegenüber“, kritisiert Blaas. „Vor allem bestimmte Ausländergruppen weisen eine mangelhafte Zahlungsmoral auf“, betont der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und entnimmt aus den vorliegenden Unterlagen die folgenden Informationen:

Am 31.12.2016 betrugen die Zahlungsrückstände der Mieter der Arbeiterwohnheime 99.453 Euro. Die Rückstände lassen sich nach Staatsbürgerschaften aufschlüsseln:
Marokko         25.921 Euro (26,1% der Gesamtrückstände)
Senegal          11.606 Euro (11,7%)
Italien              9.867 Euro (9,9%)
Ghana             8.652 Euro (8,7%)
Tunesien         7.199 Euro (7,2%)
Die weiteren Rückstände verteilen sich im Wesentlichen auf Angehörige afrikanischer, asiatischer und osteuropäischer Staaten.

„Derart hohe Rückstände sind nicht akzeptabel“, unterstreicht Walter Blaas. „Es muss in Betracht gezogen werden, dass Risikogruppen wie Marokkaner oder Senegalesen die Mieten im Voraus bezahlen müssen, damit künftig derartige Missstände vermieden werden können. Ansonsten muss der Zugang für Ausländer in die Arbeiterwohnheime eingeschränkt werden“, fordert Blaas.

Abschließend teilt der Freiheitliche Landesparteiobmann mit, dass – laut Auskunft des WOBI – die freien Kapazitäten der Arbeiterwohnheime nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.