Asylanten zahlen keine Studiengebühren – werden Einheimische diskriminiert?

Veröffentlicht am 29.03.2017
Freiheitliche Kritik an der Aufnahme von Asylwerbern an der Universität von Bozen

Dem Freiheitlichen Landesparteiobmann Walter Blaas wurde eine elektronische Korrespondenz der Universität von Bozen übermittelt, aus der hervorgeht, dass ein Pilotprojekt mit Asylanten oder sogenannten Flüchtlingen ab dem zweiten Semester starten soll. Demnach sollen etwa 30 Asylanten als extracurriculare Studenten aufgenommen werden. Diese Personen sollen in den Universitätsalltag einbezogen werden und an den Vorlesungen und Seminaren teilnehmen. Umgehend verlangte der Freiheitliche Abgeordnete mit einer Anfrage nach Transparenz und die nun vorliegenden Hintergründe bewegen Blaas zur Forderung das Projekt an der Universität einzustellen.

„Gemäß den vorliegenden Informationen des Landeshauptmannes haben sich 80 Personen für das Projekt an der Universität von Bozen angemeldet, wovon schlussendlich 30 Personen ausgewählt wurden“, hält der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas in einer Aussendung einleitend fest. „‘Die Auswahl erfolgt aufgrund der geleisteten Schuljahre (Mindestschuldauer von 12 Jahren) sowie der Sprachkenntnisse in englischer/deutscher/italienischer Sprache, der spezifischen Fähigkeiten und Interessen, die im Rahmen eines Auswahlgespräches festgestellt wurden‘“, entnimmt der Freiheitliche Abgeordnete aus der Antwort auf seine Anfrage und übt Kritik an dieser Vorgehensweise.

„Ich zweifle daran, ob die Asylanten alle drei geforderten Sprachen beherrschen. Die Kenntnis der deutschen Sprache bei den Asylanten tendiert im Regelfall gegen Null und auch Italienisch wird nur sehr mangelhaft beherrscht. Alle anderen Studierenden haben die Pflicht an der Universität von Bozen die entsprechenden Nachweise für die Sprachkenntnisse zu liefern oder Prüfungen abzulegen. Hier herrscht ein bemerkenswerter Fall von Ungleichbehandlung vor, der so nicht toleriert werden kann“, betont Blaas.

„Während der Studienzugang ein entsprechend anerkanntes Reifediplom erfordert, scheinen für die Asylwerber andere Regeln zu gelten. Es darf gezweifelt werden, ob diese Personen bei ihrer Flucht die Schulabschlussdiplome mitgenommen haben. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob diese Schulabschlüsse in Italien anerkannt sind. Auch eine Eigenerklärung, dass eine Mindestschuldauer von 12 Jahren absolviert wurde, dürfte im Normalfall wohl kaum ausreichen, um an einer Universität studieren zu können“, kritisiert Walter Blaas und verweist auf die Situation der Einheimischen, welche stets entsprechende Dokumente vorweisen müssen oder später mit der Studientitelanerkennung geplagt werden. 
„Die Asylanten, die am Projekt an der Uni Bozen teilnehmen, sind für das akademische Jahr 2016/17 von den Gebühren befreit. Angesichts dessen muss von einer Diskriminierung der heimischen Studierenden und jener aus dem Ausland, welche Gebühren entrichten, ausgegangen werden“, gibt Blaas zu bedenken. „Für die absolvierten Kurse an der Universität erhalten die Teilnehmer entsprechende Scheine nach der erfolgten Anerkennung. Es stellt sich berechtigte Frage, ob die Scheine rechtmäßig erworben werden, wenn die vorherige schulische Laufbahn dieser Personen nicht einwandfrei zu klären ist“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.

„‘Den Professoren Roberto Gigliotti und Gabriella Dodero wurde die akademische Koordination übertragen. Die administrative Organisation wurde hingegen an Frau Federica Cumer übertragen. Zahlreiche Studierende und Mitglieder des Lehr- und Verwaltungspersonals der unibz haben sich an dieser Initiative beteiligt. Auch der vormalige Rektor der unibz, Prof. Lorenz, und der derzeitige Rektor, Prof. Lugli, unterstützen dieses Projekt. Dieses Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit anderen privaten und öffentlichen Körperschaften, die in der Provinz Bozen für die Aufnahme der Flüchtlinge zuständig sind (Caritas, Volontarius, Stiftung Langer, Binario Uno, Scioglilingua Bozen, Amt für Weiterbildung und Amt für Senioren und Sozialsprengel der Autonomen Provinz Bozen)‘“, zitiert Walter Blaas aus der vorliegenden Antwort und verweist auf die hohe Anzahl von beteiligten Körperschaften, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden.

„Obwohl beteuert wird, dass keine Kosten für das Projekt entstehen, ist auf die beteiligten Organisationen zu verweisen, die sehr wohl mit öffentlichen Mitteln finanziert werden. Ein derartiges Projekt bindet Ressourcen, belegt Plätze, die heimische Studierende einnehmen könnten und ist mit vielen ungeklärten Fragen behaftet. Aus diesen Gründen wird die Einstellung desselben verlangt“, schließt Obmann Walter Blaas.