Anhebung der Lehrlingszahlen

Veröffentlicht am 26.09.2016
Seit der Wirtschaftskrise 2008 haben die Lehrlingszahlen in Südtirol immer mehr abgenommen.

Nun will man dieses Problem mit einer Senkung von 5 bis 10 Prozent der Löhne der Handwerkslehrlinge lösen. Erreicht der Lehrling jedoch in der Berufsschule einen Notendurchschnitt von 7,5, so hat er künftig im darauf folgenden Jahr Anspruch auf eine Lohnerhöhung von 10 Prozent. Somit erhofft man sich, mehr Lehrstellen zur Verfügung stellen zu können. Zudem steht der Vorschlag im Raum, ein triales Ausbildungssystem einzuführen, welches eine zusätzliche Ausbildung vorsieht. Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, informierte sich über die Hintergründe.

„Aufgrund der sinkenden Anzahl von Lehrlingen in Südtirol wurde Mitte 2015 mit den Sozialpartnern der Lehrlingspakt unterzeichnet. Mit dem Maßnahmenbündel sollen sich die Lehrlingszahlen bis zum Jahr 2018 stabilisieren und die Qualität der Ausbildung soll verbessert werden“, entnimmt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete aus der Antwort auf seine Anfrage.

„Ein sogenannten ‚triales Ausbildungssystem‘ wie in der Schweiz oder Deutschland sei für Südtirol nicht vorgesehen“, erörtert Leitner. „Ein triales Ausbildungssystem würde bedeuten, dass Lehrlinge in Südtirol ihre Ausbildung neben der Berufsschule und dem Lehrbetrieb zusätzlich an einem dritten Lernort absolvieren würden. In Südtirol sei kein dritter Lernort vorgesehen und wird derzeit in der Ausbildung der Lehrlinge auch nicht forciert“, fasst Leitner aufgrund der vorliegenden Unterlagen zusammen.

„Die Landesregierung verfolgt das Ziel, die Zahl der Lehrabbrecher zu reduzieren“, erklärt Leitner abschließend und verweist auf die Wichtigkeit der Handwerksberufe für unser Land.