Alkoholverbot bei Festen ist der falsche Weg – Problem liegt woanders

Veröffentlicht am 13.06.2017
L. Abg. Sigmar Stocker stellt sich vor das Vereinswesen – das wahre Problem muss beim Namen genannt werden

Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker kritisiert den Vorstoß des Bozner PD-Bürgermeisters Caramaschi, welcher bei Festen und Veranstaltungen ein Alkoholverbot anmahnt. Mit Verboten und Regelungen einem Problem begegnen, das vollkommen an einer anderen Stelle zu verorten ist, ist laut Stocker der falsche Weg. Die Aktivitäten und Veranstaltungen von ehrenamtlichen Vereinen würden mit einem Alkoholverbot in Misskredit gebracht und das Problem des Alkoholmissbrauchs würde sich damit nicht lösen.

„Ein Alkoholverbot bei Festen ist nicht akzeptabel. Viele Veranstaltungen und Feste im ganzen Land werden von ehrenamtlichen Vereinen organisiert. Alle Generationen sind bei diesen Veranstaltungen anzutreffen und es wäre das falsche Signal, alle Festbesucher mit einem präventiven Alkoholbann zu belegen, zumal sich dieser nicht durchsetzen lassen kann“, so Sigmar Stocker in einer Aussendung einleitend.

„Oftmals bieten diese Feste leider die Bühne für Vorfälle, die mit dem Alkoholmissbrauch verbunden sind. In etlichen Fällen wurden von Jugendlichen – vor dem Festbesuch – superalkoholische Getränke konsumiert oder werden auf die Veranstaltungen mitgenommen, da dort diese aus guten Gründen nicht angeboten werden. Kommt es zu Vorfällen, so stehen die Veranstalter sofort in der Kritik, obwohl sie hierfür nicht verantwortlich sind“, erklärt Stocker.

„Das Problem liegt nicht bei den Veranstaltungen und Organisatoren, denn sie haben ein Interesse an einem reibungslosen und gesitteten Ablauf der Feste. Bewusst wird bei vielen Veranstaltungen auf die Ausgabe von hochprozentigen alkoholischen Getränken verzichtet. Vielmehr fehlt es bei der Aufklärungsarbeit und der Suchtprävention bei Jugendlichen. Zudem sind superalkoholische Getränke nach wie vor in vielen Geschäften frei erhältlich und werden vor den Festen konsumiert oder einfach mitgebracht. Hier bedarf es der Aufklärungsarbeit hinsichtlich der gesundheitlichen Schäden und der möglichen Folgen auch rechtlicher Natur bei entsprechenden Vorfällen. Alkoholmissbrauch ist ein Problem und darf nicht verharmlost werden“, betont der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.

„Es stellt sich die berechtigte Frage inwieweit die bisherige Tätigkeit des Forums Prävention bisher gefruchtet hat, da nicht nur die Alkoholproblematik bei Jugendlichen weiterhin besteht, sondern sich ein regelrechter Drogensumpf im Land ausbreitet“, kritisiert Stocker mit Nachdruck. „Es scheint so, als ob das Forum keinen Ansatz bei den Jugendlichen findet, denn ansonsten gäbe es keine derartige Zuspitzung im Suchtverhalten von Jugendlichen in Südtirol“, unterstreicht Stocker. „Bezeichnend ist auch ein Interview des Direktors des Forums, Peter Koler, in der letzten Ausgabe der Sonntagszeit ‚Zett‘, in dem er zu seinen ‚Outs‘ den Begrüßungsschnaps beim Landesüblichen Empfang zählt“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.