Ärztemisere im Wipptal

Veröffentlicht am 26.01.2017
Der Ausnahmezustand darf nicht zum Normalzustand werden

Angesichts des Hausärztemangels präsentierte die Landesregierung einen Notplan, der darin bestand, die Anzahl der zu betreuende Patienten auf 1.900 pro Hausarzt im Wipptal anzuheben. Es regte sich Widerstand und nach wie vor ist keine hinreichende Lösung in Sicht. Der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Misere.

„‘Im Moment ist es so, dass wir die Kinder und Jugendlichen bis zu 14 Jahren über die Krankenhäuser betreuen und die Seniorinnen und Senioren des Wipptales, das haben wir ursprünglich gesagt, werden über die Internisten des Krankenhauses betreut. Danach haben wir die Mitteilung bekommen, dass dies doch die Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin zusätzlich machen werden. Dann haben wir diese Dienstleistung von Seiten des Betriebes wieder zurückgezogen. Hier geht es darum, welche Lösung gefunden wird‘“, zitiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas aus der Antwort der zuständigen Landesrätin Stocker. „Es herrscht Planlosigkeit und Chaos“, kritisiert Blaas.

„Den Patienten ist es wirklich einerlei, ob die Grenze angehoben oder in welche Richtung sie verschoben wird. Tatsache ist, dass der Patient ärztlich versorgt werden will. Der Patient ist teilweise nicht nur nicht gewillt, sondern nicht imstande, solche Distanzen wie von Wiesen/Pfitsch nach Gossensaß zu einem Arzt zu pendeln, der ihm eigentlich vorgesetzt wird. Von der Wahl eines Arztes ist schon lange keine Rede mehr in diesem Fall“, gibt der Freiheitliche Landesparteiobmann zu bedenken.

„Wenn plötzlich Patienten aus Wiesen/Pfitsch nicht einmal einen Arzt in Sterzing wählen können, sondern nach Gossensaß verwiesen werden, dann ist das untragbar. Ich muss wirklich sagen, dass dies das Wipptal belastet, dass dies ein erneuter Fall ist, der von der Bevölkerung als ein mehr als gefühltes Problem der Ärztemisere in Südtirol betrachtet wird“, erläutert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.

„Der akute Hausarztmangel ist ein Phänomen, das sich abgezeichnet hat und bisher ist es der Landesregierung nicht gelungen, die Weichen für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in Südtirol auch künftig zu gewährleisten“, erörtert Blaas abschließend.