Ärztemangel gefährdet deutsche Sprache

Veröffentlicht am 12.10.2016
Freiheitliche Anfrage – Kritik von L. Abg. Pius Leitner

Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, wird häufig mit Klagen konfrontiert, wonach die Befunde der Ersten-Hilfe-Abteilung im Krankenhaus Meran ausschließlich in italienischer Sprache ausgestellt werden. Mittels einer Anfrage ging der Freiheitliche Landtagsabgeordnete den Meldungen und auf den Grund und die Hintergründe offenbarten einen schwerwiegenden Mangel im Südtiroler Gesundheitswesen.

„Vorweg möchte ich betonen, dass für die Aufrechterhaltung des Dienstes in der Notaufnahme für 24 Stunden auf 365 Tage, auch freiberufliche Ärzte mittels Werkvertrag beauftragt werden müssen, um den Dienst aufrecht erhalten zu können. Dabei handelt es sich um sehr gut qualifizierte Ärzte mit Fachausbildung, welche aus dem italienischen oder aus dem deutschen Sprachraum kommen, und daher die zweite Sprache nicht immer einwandfrei beherrschen“, zitiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner einleitend aus der Antwort der zuständigen Landesrätin Stocker auf seine Anfrage. Leitner übt harsche Kritik an den bröckelnden Autonomiebestimmungen und der Missachtung des Muttersprachenrechts aufgrund der herrschenden Zustände im Südtiroler Sanitätswesen.

„Die Befunde werden grundsätzlich einsprachig verfasst, grundsätzlich in der Muttersprache des Patienten“, entnimmt Leitner aus den Unterlagen und kritisiert, dass nicht in allen Fällen die Muttersprache zum Zug kommt. „Die Patienten sollen nicht gezwungen sein, die jeweiligen Befunde mit dem Wörterbuch in der Hand zu übersetzen“, kritisiert Leitner mit Blick auf oftmals schwer verständlichen Fachbegriffe in einer anderen Sprache.

„Der herrschende Ärztemangel gefährdet das Recht auf Gebrauch der Muttersprache“, gibt der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag abschließend zu bedenken und fordert eine umgehende Intervention der zuständigen Stellen.