324 Ärzte in Südtirol ohne Zweisprachigkeitsnachweis

Veröffentlicht am 27.04.2016
Die Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst ist eine der wesentlichen Errungenschaften der Südtiroler Autonomie. Das Recht der Bürger auf Gebrauch der Muttersprache hat im Gesundheitswesen eine besondere Bedeutung. Gerade in diesem sensiblen Bereich ist es für Patienten und Angehörige wichtig, wenn nicht entscheidend, dass sie sich ausdrücken können und verstanden werden. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner sieht dieses Recht aufgrund des Ärztemangels zunehmend gefährdet und erkundigte sich in einer Landtagsanfrage, wieviele Ärzte in Südtirol keinen Zweisprachigkeitsnachweis besitzen.

Aus der Antwort von Landesrätin Martha Stocker geht hervor, dass derzeit 1.224 Ärzte und Zahnärzte in Südtirol Dienst leisten, 87 davon sind ausländische Staatsbürger. Insgesamt besitzen 324 der Ärzte und Zahnärzte keinen Zweisprachigkeitsnachweis.

Stocker versichert in ihrer Antwort, dass die Landesregierung sehr darum bemüht sei, den Sanitätsbetrieb zu unterstützen, Fachärzte mit den vorgesehen Voraussetzungen der Zweisprachigkeit zu akquirieren. Aufgrund des derzeitigen Mangels an Fachärzten schließe der Sanitätsbetrieb jedoch Vereinbarungen mit Sanitätseinheiten anderer Regionen zur Abstellung von Fachärzten oder direkt mit einzelnen Fachärzten entsprechende Werkverträge ab. In solchen Fällen könne nicht immer und flächendeckend in der Sprache des Patienten kommuniziert werden, so Landesrätin Stocker.