Raumordnung: Braun vor Grün

Veröffentlicht am 16.06.2016
Südtiroler Bautätigkeit der Zukunft muss Wiederverwendung bestehender Bausubstanz heißen


Sowohl bei Gewerbehallen als auch bei Wohnraum
Südtiroler Bautätigkeit der Zukunft muss Wiederverwendung bestehender Bausubstanz heißen

Beschlussantrag zur Leerbestandserhebung in den Gemeinden wird eingereicht

Seit 2014 betreut die BLS - heute IDM - die Liegenschaftsdatenbank für leerstehende Gewerbehallen. Ziel ist es, dass in einem Ort die leerstehenden Hallen in Südtirol erfasst und zur Vermittlung an interessierte Betriebe weitervermittelt werden. Dadurch soll Grund gespart werden bzw. sollen keine Hallen oder auch Büroräume unnötig und leer herumstehen. Wir haben in Südtirol einfach zu wenig bebaubare Flächen und müssen somit eine Flächenhandhabung oder Management einführen.

Die Zahlen der Liegenschaftsdatenbank sagen folgendes:
Zwischen 2013 und 2015 wurden rund 100-150 Immobilien in die Datenbank aufgenommen. Der Gesamtstand der gelisteten Objekte betrug am 31.12.2015 613 Liegenschaften.

Monatlich wenden sich 10-20 Eigentümer an die IDM, mit der Bitte ihre Liegenschaften in die Datenbank aufzunehmen. Andererseits sind von Dezember 2015 bis Jänner 2016 wieder über 30 Angebote vom Portal entfernt worden. Es ist also immer ein Kommen und Gehen, was ja auch der Sinn des Ganzen ist.

Rund 70- 0% der Anfragen beziehen sich auf Bozen und Umgebung sowie das Überetsch und Unterland. Weiters Meran, Lana, Sinich und Brixen/Vahrn. In den anderen Landesteilen wenden sich Interessierte oft direkt an die Gemeinden. Deshalb ist die Vernetzung der Datenbank mit den Gemeinden sehr wichtig.

Wie viele Betriebe und Interessenten wurden betreut?
Im Jahr 2012 wurden 104 Betriebe betreut.
Im Jahr 2013 waren es 115.
Im Jahr 2014 wurden 167 betreut.


Leerbestanderhebung nun auch auf Wohnungen in Gemeinden und Städten ausweiten!

Was also bei den Gewerbehallen langsam anläuft, sollte nun auch auf leerstehende Wohnungen in den Dörfern und Städten gemacht werden. Das heißt, Gemeinden sollten in ihren Dörfern eine Leerbestandserhebung machen und auflisten, welche Häuser oder auch Hallen in Ortskernen verlassen sind und für Wohnungen genutzt werden können. Mit speziellen Förderprogrammen sollte man dann an die Besitzer herantreten und diese zum Verkauf oder zur Nutzung motivieren. Einen diesbezüglichen Beschlussantrag werden wir Freiheitlichen in Kürze einreichen.

In deutschen Städten oder Dörfern hat dieses Modell bereits Erfolg, wie man kürzlich auf einer Tagung von "Plattform Land Südtirol" erfahren konnte. Ziel ist es, dass somit eine immer größere Zersiedelung verhindert wird und dass Zentren aufgewertet werden.

Es ist mittlerweile nicht mehr vertretbar, dass nicht genutzte Flächen oder Häuser oder auch zerfallene Häuser in erschlossenen Orten leer herumstehen. Diese Kubatur gilt es für die Wiederverwertung zu gewinnen. Das gelingt durch Gespräche mit den Besitzern sowie durch finanzielle und organisatorische Anreize für die Besitzer.

Südtirols bautätige Zukunft wird also jene der Wiederverwertung des Bestehenden sein, da ja bereits 40% der bebaubaren Fläche in den Tälern verbaut ist. Wir müssen auch den kommenden Generationen ein Land weitergeben, wo auch diese Raum finden, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Es besteht dringender Handlungsbedarf in dieser Richtung.

L. Abg. Sigmar Stocker