Freiwilligenarbeit für Asylanten: Integrationsprojekt gescheitert Beteiligung bei nur 5,75 Prozent

Veröffentlicht am 27.06.2016
Integrationspolitik in Südtirol scheitert bei der ersten Hürde

Gemäß einer Vereinbarung zwischen den Gemeinden, den Bezirksgemeinschaften, der Caritas und dem Verein „Volontarius“ mit dem Regierungskommissariat dürfen Asylwerber Freiwilligenarbeit leisten. Die Möglichkeit der Freiwilligenarbeit muss - laut Vereinbarung - in jedem Fall der Allgemeinheit zugutekommen. Eine Landtagsanfrage, die von bestimmten Kommentatoren nicht gerne gesehen wurde, sollte Licht ins Dunkel bringen und Details zur Freiwilligenarbeit erschließen. Nun liegen die ersten dürftigen Ergebnisse vor. Die Entwicklung wurde und wird weiterhin genau beobachtet.

Bereits im Jahr 2014 hat das Innenministerium die Voraussetzungen für die Freiwilligenarbeit von Asylwerbern erteilt. Die Asylwerber müssen die Bereitschaft zur Übernahme einer Tätigkeit freiwillig kundtun und auf unentgeltlicher Basis ausführen. Die öffentlichen Körperschaften und in erster Linie die Gemeinden können die Arbeiten und Tätigkeiten, die erledigt werden sollen, benennen und anbieten. Die Freiwilligenarbeit in Südtirol findet in folgenden Bereichen statt:
Straßen und Gehwege sauber halten;
Schneeräumung;
Beschilderung instand halten, reinigen;
Pflege von öffentlichen Grün;
Hilfe am Recyclinghof;
Hilfe bei Mülltrennung;
Hilfe bei Arbeitsrehabilitationsdienst;
Unterstützung von Schulen;
Unterstützung von Senioreneinrichtungen;

Mit Stichtag 31. März 2016 waren 870 Personen in den Flüchtlingsunterkünften in Südtirol untergebracht. Mittlerweile werden es stetig mehr. Von diesen 870 Personen haben sich im Zeitraum März/April 2016 maximal 50 Personen, also nur 5,75 Prozent, zu einer Freiwilligenarbeit verpflichtet.

Die Freiwilligenarbeit eine Integrationsmaßnahme der Asylwerber zum Kennenlernen der Kultur und Sprache sein. Die nun vorliegenden Zahlen bezeugen aber kein großes Interesse seitens der Asylwerber sich an dieser Integrationsmaßnahme zu beteiligen. Schöne Bilder und Meldungen können über die Zahlen nicht hinwegtäuschen. Anscheinend fehlt es am Willen zur Integration.

Die Asylwerber – von der Landesregierung bereits als Migranten bezeichnet – sollen in Bereichen eingesetzt werden, die kein Spezialwissen erfordern. Bei ihrer Freiwilligenarbeit stehen sie unter der Aufsicht eines Tutors der jeweiligen Körperschaft, wo die Asylwerber eingesetzt werden.

Grundsätzlich können alle Südtiroler Gemeinden ihr Interesse an der Freiwilligenarbeit der Asylwerber bekunden. Diejenigen Gemeinden, wo sich ein Asylheim befindet, haben jedoch Vorrang.

Arbeit gäbe es genug in Südtirol und in den Gemeinden. Die nun vorliegende „Erfolgsbilanz“ ist verbesserungswürdig. Deshalb fordern wir im Sinne von Frau Isabella Hansen „Fairplay“ seitens der Asylwerber in Sachen Integrationsbereitschaft.