Drogen den Kampf ansagen

Veröffentlicht am 08.11.2016
Südtirol hat mit einem ausufernden Drogensumpf zu kämpfen. Fast täglich werden Verletzungen oder Übertretungen im Bereich Suchtmittel festgestellt. Die Folgen sind gravierend, die Kosten für die Allgemeinheit hoch und die persönlichen Schicksale ergreifend. Ein wesentliches Problem ist die derzeit herrschende Verharmlosung der Drogen und die angestoßene Legalisierungsdebatte. Zudem hat die massive Massenzuwanderung neue Drogenmärkte erschlossen.
Die Zahlen des Regierungskommissariats, wie sie aus der Landtagsanfrage Nr. 2206/16 hervorgehen sind erschreckend, denn fast täglich werden in Südtirol Drogendelikte verzeichnet. Im Zeitraum der Jahre 2011 bis 2015 wurden jährlich zwischen 205 und 303 Verletzungen oder Übertretungen im Bereich Suchtmittel festgestellt. Meldungen von sogenannten Drogenlandwirten mit Marihuana-Plantagen oder Drogenhändlern und Drogenkonsumenten überschlagen sich. Südtirol hat ein Drogenproblem, das verharmlost wird.
„Im Jahr 2015 waren insgesamt 810 Personen in den öffentlichen Diensten (Dienst für Abhängigkeitserkrankungen des Sanitätsbetriebes) in Behandlung. Hierbei handelt es sich um Personen, welche Substanzen missbrauchen/abhängig sind (häufiger bis täglicher Gebrauch)“, ist aus der Antwort auf die Anfrage Nr. 2206/16 zu entnehmen. 626 Personen seien anhängig von Heroin und anderen Opiaten, während die Cannabis-Abhängigkeit bei 128 Personen in Südtirol festgestellt wurde.
Vor allem die letzthin geführten Debatten rund um die Legalisierung von Cannabis und verharmlosende Diskussionsrunden ob Cannabis eine Chance oder Gefahr sei, führen bei Jugendlichen zu leichtfertigem Umgang mit gefährlichen Substanzen. Drogen sind und bleiben gefährlich, sie zerstören Lebenswege und kommen letztlich den Steuerzahlern teuer zu stehen. Die Botschaft der Gefährlichkeit, der Illegalität und der Konsequenzen muss unmissverständlich sein. Drogen sind niemals eine Chance sondern stets eine Gefahr. 
Die sorglosen, relativierenden Diskussionen senken die Hemmschwelle, dass Drogen in Südtirols Feldern kultiviert werden und der Konsum zum Alltag gehört. Durch die massive Einwanderung kommen auch vermehrt Drogen nach Südtirol. Zu denken sei beispielsweise an Afghanistan, wo der Anbau und Konsum von Drogen zum Alltag gehören.
Deshalb 
f o r d e r t
der Südtiroler Landtag die Landesregierung auf, im Dringlichkeitswege einen Drogengipfel einzuberufen mit dem Ziel, die Drogenproblematik in Südtirol zu analysieren und einzudämmen. Dem Gipfel gehören eine Vertretung der Landesregierung, des Südtiroler Landtages, Mediziner sowie Psychologen, Experten, Juristen und Vertreter der Sicherheitskräfte an.

L. Abg. Pius Leitner

L. Abg. Roland Tinkhauser

L. Abg. Walter Blaas

L. Abg. Sigmar Stocker

L. Abg. Ulli Mair

L. Abg. Tamara Oberhofer