Biotop Ilstener Au

18-07-16
Aus dem Beschluss der Landesregierung „Abänderung des Landschaftsplanes der Gemeinde Vintl“, Nr. 861 vom 11.06.2012 geht u.a. Folgendes hervor:
„Mit Beschluss der Landesregierung Nr. 3384 vom 18/09/2006 („Umweltverträglichkeitsprüfung: Genehmigung des Ausführungsprojektes für den Ausbau der Pustertalerstraße SS 49 im Abschnitt Natz/Schabs, Mühlbach und Vintl Baulos 1 - Untervintl - Verlegung der Rienz“) wurde die Revitalisierung der Ilsterner Au als Ausgleichsmaßnahme vorgesehen. Aus diesem Grund hat die I. Landschaftsschutzkommission mit Beschluss Nr. 35/11 vom 28.09.2011 eine Grenzänderung des Biotops Ilstener Au vorgeschlagen. Dabei geht es im Wesentlichen um eine Erweiterung des Biotops Ilsterner Au auf Flächen, die im Eigentum der Autonomen Provinz Bozen stehen. Die Abänderung der Biotopgrenze ist Voraussetzung für die weiteren Schritte zur Durchführung des Renaturierungsprojektes, insbesondere für die Grundablöse der Flächen im Privatbesitz durch die Landesverwaltung. […] Die geplanten Renaturierungsarbeiten stellen eine große Aufwertung für das Biotop Ilsterner Au dar und die geplante Naturerlebniszone soll die Bevölkerung für den Lebensraum der Auen in seiner großen Vielfalt sensibilisieren.“
Unterfertigtem wurde mitgeteilt, dass in der Ilstener Au eine Naherholungszone entstehen soll, da die Au nicht mehr vital sein solle.
Die Schotterentnahmen in der Vergangenheit aus der Rienz haben nicht dazu geführt, dass der Auwald nicht mehr vital ist. Die Rienz transportiert nämlich bei Hochwässer Sedimente mit und lagert die Sedimente Jahr für Jahr im Bachbett ab. Die entstandenen Defizite an Schotter in der Rienz wurden durch die natürliche Ablagerung (Akkumulation) kompensiert. Auwälder sind auf Überflutungen angewiesen und der Auwald in der Ilstener Au ist durch den Damm von den Hochwässern der Rienz abgeschnitten und wird deshalb nicht mehr überflutet. Es wäre deshalb notwendig, den Damm zu verlegen und um dem Auwald herum neu zu errichten, damit der Auwald überflutet werden kann und die Kulturlandschaft vor Überflutungen geschützt bleibt. Dieser Auwald wäre damit auch eine neue Retentionfläche, die geschaffen wurde (die erste in ganz Südtirol). In einer gängigen Biotopbeschreibung heißt es: „Eine absolute Besonderheit stellt ein fast reiner Eschenbestand im östlichen Bereich des Biotops dar.“ Dieser Teil des Auwaldes hat sich in Richtung Hartholzauwald entwickelt. Die Fichten, die heute im Auwald vorkommen, sollte man fällen und im Sinne einer nachhaltigen, naturnahen Bewirtschaftung des Waldes jene Baumarten fördern, die natürlich auf diesem Standort vorkommen. Doch nun sei eine Naherholungszone geplant. Viele Tierarten im Biotop reagieren aber negativ auf Störungen durch Menschen. Geschützte Biotope sollen dem Schutz der Tier und Pflanzenwelt dienen. Biotope wurden nicht ausgewiesen, damit man Naherholungszonen daraus macht.








Daraus ergeben sich folgende Fragen an die Landesregierung verbunden mit der Bitte um schriftliche Antwort:

1.    Aus welchen Gründen soll die Ilstener Au zu einem Naherholungsgebiet umgewandelt werden? Bitte um eine hinreichende Begründung.
2.    Wer ist verantwortlich für die Initiative der Umwandlung der Ilstener Au in ein Naherholungsgebiet?
3.    Wie soll sich künftig das Naherholungsgebiet präsentieren? Bitte um eine detaillierte Darlegung der geplanten Maßnahmen.
4.    Welche Auswirkungen auf die Flora und Fauna hätte die Umwandlung der Ilstener Au in ein Naherholungsgebiet?
5.    Ist die Umwandlung der Ilstener Au in ein Naherholungsgebiet aus Sicht der Umwelt verträglich und nachhaltig? Bitte um eine hinreichende Begründung.
6.    Gedenkt die Südtiroler Landesregierung von der Umwandlung der Ilstener Au in ein Naherholungsgebiet Abstand zu nehmen? Wenn Nein, warum nicht?
7.    Aus welchen Gründen wurde die Au nicht in den Damm miteinbezogen, sodass es zu Überflutungen kommen kann?
8.    Warum wuchern nach wie vor aufremde Pflanzen wie Fichten im Biotop und gedenkt die Südtiroler Landesregierung diese zu entfernen?



L. Abg. Walter Blaas


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