Absicherung der Straße nach Mühlwald

18-10-17
Vor zwei Jahren zeigte sich der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Mühlwald, Hartmann Oberlechner, in einem Interview besorgt über die Absicherung der Straße nach Mühlwald. Im Zuge der Diskussion rund um den Umfahrungstunnel für Sand in Taufers ergriff der Kommandant das Wort und gab zu bedenken, dass vor dem Bau von Umfahrungen zunächst die Zufahrtsstraßen für die Dörfer sicherer gemacht werden sollten. Die Bevölkerung von Mühlwald warte schon mehr als 30 Jahre auf eine Verbauung der Zufahrtsstraße. Im Bereich des "Goss Boch" besteht bei größeren Schneefällen akute Lawinengefahr, sodass die Landesstraße 156 schon öfters aus Sicherheitsgründen über mehrere Tage hinweg gesperrt werden musste. Der Kommandant rief die Politik zu einem entsprechenden Engagement in dieser Angelegenheit auf.

Daraus ergeben sich folgende Fragen an die Landesregierung verbunden mit der Bitte um schriftliche Antwort:

1. Welche Fortschritte zur Absicherung der Straße ins Mühlwaldertal wurden in den vergangenen Jahren erzielt?
2. Welche Planungen und weiteren Schritte stehen für die Verbesserung der Straße nach Mühlwald an und in
welchem Zeitraum sollen die angedachten Projekte realisiert werden?
3. Welche Priorität genießen die angedachten Projekte?
4. Welche Geldmittel wurden in den vergangenen zwei Jahren aufgewandt, um die Straße nach Mühlwald sicherer
zu gestalten und welche Investitionen stehen in den kommenden Jahren an?
5. Aus welchen Gründen musste die Bevölkerung von Mühlwald seit mehr als 30 Jahren auf die Verbauung der
Zufahrtsstraße warten?
6. Wurde von der Landesverwaltung der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Mühlbach bei der
Problemlösung miteinbezogen? Wenn Nein, aus welchen Gründen nicht?

L. Abg. Walter Blaas

Antwort von Landesrat Florian Mussner vom 05.10.2017:

Zu obgenannter Anfrage kann ich Ihnen folgende Stellungnahme zukommen lassen:
1. Die Landesstraßen LS 42-Mühlwald und LS 156-Lappach wurden in den letzten 10 Jahren ungefähr
drei mal wegen Lawinengefahr gesperrt. Im Folgenden werden die Abschnitte aufgezeichnet, bei
welchen Lawinengefahr besteht bzw. die Abschnitte wo Lawinen abgegangen sind, welche für die
Straße gefährlich geworden sind.
LS 42 - Mühlwald
Problematisch ist der Abschnitt beim „Goss Bach" bei km 3+500 ca.. Dieser Abschnitt liegt im
Einzugsgebiet der Pieterstein Lawine. Eine Lawinenschutzgallerie ist geplant und im
Jahresprogramm der Abteilung Tiefbau vorgesehen. Bei km 6+200 ca. ist es zu früheren Zeiten zu
Lawinenabgängen gekommen. Es handelt sich hier um die untere Speikboden Lawine. Uns ist aber
in den Letzten 10 Jahren keine Sperre der Straße und kein Lawinenabgang bekannt.
Im Jahr 2006 wurde eine Verbindungsstraße zwischen der SS 621 Ahrntal und der LS 42 Mühlwald
gebaut. Die Gesamtkosten betrugen 924.528,17€.
LS 156 - Lappach
Bei km 3+600 ca. im Bereich der \Negermühlen kann es zum Abgang der Erlstöckl Lawine kommen.
Die Straße ist höhergelegen, bei großen Schneemengen und Nassschneelawinen kann es jedoch
vorkommen, dass die Schneemassen bis zur Straße gedrückt werden. Bei km 4+800 ca. kann es zu
Lawinenabgängen kommen (Wurmtallawine). Die Straße wird „normalerweise" nicht von den
Schneemassen erreicht, die entstehenden Lawinenwinde können aber Bäume zum Umfallen
bringen, welche dann wiederum die Straße erreichen können. Bei km 5+550 ca. ist ein
Rückhaltebecken gebaut worden um die Gefahr der Verlegung der Straße durch die Zinsbachlawine
zu verringern. Bei km 6+200 ca. ist die Straße untertunnelt worden. Dieser Bereich liegt im
Einzugsgebiet der Knollgraben Lawine.
In den Jahren 2013-2016 wurde bei km 7+100 ca. eine Lawinenschutzgallerie gebaut, wofür
insgesamt 6.583.006,55 € ausgegeben wurden.
2. Derzeit hat der Straßendienst keine Maßnahmen bezüglich Erhöhung der Sicherheit in Planung.
Im Jahresprogramm 2017 der Abteilung Tiefbau ist die Lawinenschutzgallerie „Pieterstein" auf der
LS 42 bei km 3+500 vorgesehen. Die Ausschreibung der Projektierung ist abgeschlossen und der
Vertrag wird in Kürze unterzeichnet. Die Projektierung soll innerhalb 2018 ausgeführt werden.
3. Siehe Antwort zu Frage 2.
4. Der Straßendienst hat in den vergangenen zwei Jahren ca. 150.000€ auf der Landesstraße nach
Mühlwald investiert. Derzeit wird die Glasfaserfaserleitung auf der LS 156 verlegt, wobei im
Anschluss an die Verlegearbeiten die Verschleißschicht erneuert wird.
Für die Realisierung der Lawinenschutzgalerie auf der LS 156 Lappach wurde seitens der Abteilung
Tiefbau Finanzmittel in der Höhe von 6.583.006,55 € investiert.
5. Im Jahr 2006 wurde eine Verbindungsstraße zwischen der SS 621 Ahrntal und der LS 42 Muhlwald
gebaut. Die Gesamtkosten betrugen 924.528,17 €. Andere Zufahrtstraßen sind derzeit nicht
vereinbart und nicht vorgesehen.
6. Der Straßendienst hat den Kommandanten nicht einbezogen, da es sich um Maßnahmen an der
bestehenden Straße gehandelt hat und der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr somit nicht
einbezogen werden muss. Seitens der Abteilung Tiefbau werden Projektierungen und Ausführungen
von Bauvorhaben im Allgemeinen mit den Vertretern der betroffenen Gemeinde abgesprochen und
die zuständigen Landesämter werden beigezogen. Für die Landesverwaltung ist die Gemeinde somit
der erste Ansprechpartner, welche ihrerseits die Aufgabe der Information und Einbeziehung von
Personen, Verbänden, Vereinen usw. auf Lokalebene wahrnimmt.

Mit freundlichen Grüßen
Florian Mussner
Landesrat
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